Baubewilligungswesen und Baukontrolle

Bauen ist eine schöne aber komplexe Angelegenheit. Diese Wegleitung hilft Ihnen, Stolpersteine zu umgehen. Entspricht das Baugesuch den nachstehenden Normen und Formvorschriften muss vorbehältlich von Einsprachen und Kapazitätsengpässen mit einer Bearbeitungs-/Bewilligungsdauer von mindestens 40 Arbeitstagen gerechnet werden. Für die Prüfung Ihres Gesuchs und wesentlicher Ausführungsschritte sowie für Abnahmen der Baute(n) durch die Bauabteilung müssen Sie eine Gebühr entrichten. Diese richtet sich nach dem Gebührenreglement der Gemeinde Sigriswil. Nebst der Verwaltung und den Behörden können auch Sie zu einem raschen und effizienten Verfahrensablauf beitragen:

Nehmen Sie frühzeitig mit der Bauabteilung Kontakt auf (Tel. 033 252 90 50) oder erkundigen Sie sich im Internet über das Baubewilligungsverfahren. Da die MitarbeiterInnen der Bauabteilung oftmals nicht permanent verfügbar sind (Sitzungen, Begehungen, Abnahmen, Kurse oder ähnliches), empfehlen wir Ihnen, sich möglichst telefonisch oder per Mail anzumelden, soweit es um planbare Kontakte geht. So können Terminkollisionen und unnötige Gänge verhindert werden. Selbstverständlich sind auf Voranfrage auch ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten Besprechungen, Beratungen oder Begehungen möglich.

Für Besprechungen nehmen Sie bitte Projektpläne, Skizzen, Entwürfe und dgl. mit; falls Sie keine Pläne des Bauwerks haben, können Sie unsere Archivpläne gegen eine Gebühr kopieren lassen. Melden Sie sich vor-gängig bei der Bauabteilung. Wollen Sie die Archivpläne einsehen und kopieren lassen, müssen Sie jedoch eine Vollmacht der Eigentümerschaft mitbringen.

Reichen Sie vollständige, datierte und rechtsgültig unterzeichnete Gesuchsakten (Baugesuchsformulare, Pläne und eventuell weitere Unterlagen wie Lärmgutachten, Konzessionsgesuch, Berechnungen, begründetes Ausnahmegesuch, usw.) in der richtigen Anzahl ein, damit die beteiligten Fachstellen und Werkeigentümer (siehe unten) Ihr Projekt gleichzeitig (und nicht nacheinander) prüfen können.

Reichen Sie die Pläne in Papierform ein und falten Sie diese auf das Format A4. Das Titelfeld muss auf den gefalteten Plänen ersichtlich sein. Grundsätzlich sind Pläne gemäss der Norm SIA 400:2000 des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten Vereins (SIA) darzustellen. Freihandzeichnungen sind nicht gestattet. Wenn Sie vom üblichen Massstab 1:100 abweichen möchten, sprechen Sie dies zuerst mit der Bauabteilung ab. Die Anzahl der Plandossiers richtet sich nach Ihrem Vorhaben. In jedem Fall müssen Sie aber wenigstens zwei vollständige Exemplare einreichen. Original Katasterpläne im Massstab 1:500 beziehen Sie beim Kreisgeometer. Auf den Katasterplänen, die höchstens ein Jahr alt sein dürfen, sind die projektierten Bauten (inkl. unterirdische) und Anlagen sowie neue Erschliessungen, Zufahrten, Parkplätze, usw. darzustellen. Die Grenz- und Gebäudeabstände sowie die Gebäudedimensionen sind bei Neu- und Anbauten zu vermassen. In den Katasterplänen stellen Sie Neu- und Umbauten rot, abzubrechende Teile gelb dar. Bei Umbauten sind die betroffenen Gebäude rot zu umranden. Änderungen an Parzellengrenzen stellen Sie sinngemäss dar. In allen Grundrissen sowie den zum Verständnis notwendigen Schnitten im Massstab 1:100 mit Angabe der auf die Meereshöhe bezogenen Höhenkoten tragen Sie Folgendes ein: Mauern und Wände samt Öffnungen und Türen; Höhenverhältnisse, namentlich auch die Geschosshöhen und das Gefälle von Garagen- und Parkplatzzufahrten; Dachaufbauten und Dacheinschnitte (vermasst); Gebäudefertigmasse; Treppen- und Korridorbreiten; Boden- und Fensterflächen sowie die lichten Raumhöhen; Nutzweise und Zweckbestimmung der Räume; evtl. klimatisierte Räume bzw. Bereiche; Ausrüstungen wie Feuerungen sowie andere Einrichtungen, welche luftverunreinigende Stoffe abgeben, sanitäre Einrichtungen, Beförderungsanlagen, Klima- und Lüftungsgeräte sowie Brandschutzeinrichtungen, soweit sie baurechtlich von Bedeutung sind. Die Fassadenansichten im Massstab 1:100 enthalten die Angaben des gewachsenen und fertig gestalteten Terrains entlang der Fassaden bis min. 1 Meter über die Grenzen, die genaue Kamindisposition sowie die auf die Meereshöhe bezogenen Höhenkoten. Die Ansichten dürfen nicht durch Bäume, Sträucher etc. verdeckt werden. Stellen Sie bei zusammengebauten Gebäuden auch einen Teil der Fassaden der Nachbarliegenschaften dar. Bei Neubauten stellen Sie Grundrisse, Schnitte und Fassaden schwarz dar. Brechen Sie Teile der bisherigen Bauten oder Anlagen ab, zeichnen Sie bleibende Bauteile schwarz, neue rot und abzubrechende gelb. Ändern Sie die Zweckbestimmung von Räumen, wie z.B. Zimmer in Büro, stellen Sie die neue Raumbezeichnung in den Grundrissen rot dar und unterstreichen die ursprüngliche gelb. Zusätzlich verlangen wir einen Umgebungsplan im Massstab 1:100 oder 1:200 mit Angaben über die Gestaltung, Bepflanzung und Nutzweise des Umschwungs, soweit dies nicht aus einem anderen Plan hervorgeht.
Folgende Baugesuche liegen im Moment öffentlich auf.

Weiterführende Links:

Werkeigentümer:

Schutzraumabnahmen

Das Erfordernis zur Erstellung von Schutzräumen wird im Baubewilligungsverfahren festgelegt. Nach Fertigstellung hat die Erstabnahme durch die Bauabteilung zu erfolgen. Befreiungsgesuche und Ersatzabgaben werden via Bauabteilung durch das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär festgelegt. Die Schutzraum-Platzzuweisung sowie allfällige Kontrollen werden durch die Zivilschutzorganisation Sigriswil  vorgenommen.

Öltank/ Tankrevision

Die Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten ist bewilligungs- und/oder meldepflichtig. Auskunft erteilt die Bauabteilung. Das Formular zur Lagerung wassergefährdender Flüssigkeiten (Tank) und das Meldeblatt können bei der Bauabteilung bezogen werden. Die Kontrollen der Tankanlagen werden durch das Amt für Wasser und Abfall vorgeschrieben.

Nachbarrecht

Fest steht: Pflanzen, Laub- und Nadelgehölze aller Art werden vielerorts direkt an Grundstücksgrenzen gepflanzt. Sei es, weil dadurch die Abgrenzung besser markiert werden kann, oder um sich etwas mehr Privatsphäre zu verschaffen. Nicht selten geben aber solche in der Grenznähe stehenden Bäume, Büsche, Gehölzer oder Sträucher Anlass zu Diskussionen – oft führt es sogar zu einem jahrelangen Nachbarstreit. Nicht selten wird dann solch störenden Objekten sogar mit dubiosen Mitteln der Garaus gemacht. Die Gründe sind verschiedentlich: So kann sich der eine Grundstückbesitzer durch die Sträucher des Nachbarn beim Rasenmähen behindert fühlen. Oder ein anderer stört sich am Schattenwurf respektive an der eingeschränkten Aussicht infolge zu hoher Nachbarsbäume. Es gäbe noch unzählige Beispiele... Fakt ist: Vielfach wissen die Grundeigentümer gar nicht, ob „störende“ Nachbarsbepflanzungen geduldet werden müssen oder ob etwas dagegen unternommen werden kann. Oft ist es auch die Rechtsunsicherheit, welche viele am Handeln hindert. Ein Beispiel hierfür: Dürfen Kirschen von Nachbars Kirschbaum gepflückt werden, wenn die Äste über eigenem Terrain hängen? Sie haben dispositiven Charakter, d.h. die Nachbarn können unter sich abweichende Vereinbarungen treffen. Die Pflanzabstände betragen gemäss Artikel 79 l EG zum ZGB drei Meter für hochstämmige Bäume; einen Meter für Zwergobstbäume, Zierbäume und Spaliere (sofern diese stets auf drei Meter zurückgeschnitten werden) und 50 Zentimeter für Ziersträucher bis zu einer Höhe von zwei Metern sowie für Beerensträucher und Reben. Die Abstände werden bis zur Mitte der Pflanzstelle gemessen; dies gilt auch für wild wachsende Bäume und Sträucher. Der Anspruch auf Beseitigung zu naher Pflanzen verjährt nach fünf Jahren. Die Einhaltung der Maximalhöhe kann jederzeit verlangt werden. Für hochstämmige Bäume gelten keine Maximalhöhen. Diese Abstandsvorschriften sind nicht für Sträucher und Bäume anwendbar, die bereits vor 1970 gepflanzt worden sind. In Artikel 687 des Zivilgesetzbuches (ZGB) sind die Bestimmungen über das Kapprecht enthalten. Die Bestimmung lautet wie folgt: Der Nachbar kann überragende Äste und eindringende Wurzeln, wenn sie sein Eigentum schädigen und auf seine Beschwerde hin nicht binnen angemessener Frist beseitigt werden, kappen und für sich behalten. Duldet ein Grundeigentümer das Überragen von Ästen auf bebautem (z.B. Gemüse-, Obstgärten, Äcker oder Wiesen) oder überbautem (z.B. Gebäuden) Boden, so hat er ein Anrecht auf die an ihnen wachsenden Früchten (Anreis). Wichtig ist: Die Bauabteilung Sigriswil ist nur für das öffentliche Recht (beispielsweise bei Strassen und Wegen) und nicht für das Privatrecht (unter Nachbarn) zuständig. Allfällige zivilrechtliche Klagen sind beim zuständigen Zivilrichter einzureichen. Für allfällige Auskünfte steht die Bauabteilung aber gerne zur Verfügung; in speziellen Fällen ist aber ein Jurist beizuziehen. Zum Schluss noch dies: Einvernehmliche Lösungen sind anzustreben – miteinander reden und für einander denken, sich gegenseitig unterstützen, ist nicht verboten ... Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Einführungsgesetz zum Zivilgesetzbuch Art. 79 ff EGzZGB www.sta.be.ch


zur Abteilung Baupolizei und Planung